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18. Juni 2018

Heute Lesung im Ledigenheim in der Hamburger Altstadt. Riesiges, altes Gebäude mit ca. 50 Kleinstwohnungen für alleinstehende alte Menschen, das erhalten werden soll. Ziemlich renovierungs-bedürftig, aber man arbeitet daran.
Wir lasen in einem großen Raum, der schon mal bessere Zeiten gesehen hatte, es waren ca. 50 Besucher anwesend. Irgendwie hatte es das Flair einer Hausbesetzer-Vollversammlung, bei der die Besetzer allerdings in die Jahre gekommen waren.
Trotzdem: Die Stimmung war sehr herzlich und wir fühlten uns gut aufgehoben. Ich habe einen Vortrag über die Entwicklung des Hamburger Hafens gehalten und nach Stephanie Fleischer, Angelika Hauck und Britta Tensfeld-Pauls noch aus meiner Geschichte über den „Neuen Krahn“ gelesen.

 

2. Juni 2018

Es sieht zwar aus, als hätte ich in der letzten Zeit nichts gemacht, aber das täuscht. Ich war in Berlin, um mir die Ausstellung „Der Volksgerichtshof 1934-1945. Terror durch ‚Recht'“ anzusehen. Grundsätzlich erst mal aus Interesse, aber auch, weil ich die Idee zu einem Plot für den dritten Steffen Stephan-Krimi habe. Da arbeite ich ja immer gerne mit Rückblenden. Und in diesem Fall ist es eine Rückblende zu einem Standgericht im Zweiten Weltkrieg.

Außerdem arbeite ich weiter an meinem Jugendroman über Schweden. Das Manuskript ist fertig, jetzt geht es um den Titel und um das Cover. Eigentlich wollte ich den Titel „Saltkrokan ist anderswo“ nennen, doch Astrid Lindgreen hat nahezu alle Namen und Orte mit einem Copyright belegt, da ist es besser, einen anderen Titel zu nehmen. Mal sehen, was sich so ergibt…

 

6. Mai 2018

Die Lesung beim Dulsberger Mairauschen mit dem Titel „Piraten“ lief gut und es waren erstaunlich viele Leute da. Ich hatte den Vorteil bei meiner Kurzgeschichte, dass ich zum Schluss noch mit einem Bonmot aufwarten konnte: Die Geschichte war zwar von mir, den Plot hat aber das Leben geschrieben. Ich hatte nämlich eine Seeamtsverhandlung von 1880 gefunden, in der der Überfall von westafrikanischen Piraten auf den Hamburger Dampfer Carlos abgehandelt wurde.

 

29. April 2018

Es ist vollbracht: Ich habe gerade die Kurzgeschichtensammlung über die Schiffsunfälle auf der Elbe an den Verlag geschickt. Veröffentlichung ist im April 2019. Bis dahin kann ich mich aber nicht zurücklehnen, demnächst wartet das Lektorat auf mich.

Und bis die Lektorin so weit ist? Üben, üben, üben. Am nächsten Sonnabend lese ich beim Dulsberger Mairauschen eine Kurzgeschichte zum Thema „Piraten“. Und im Juni kommt eine Lesung unserer Autorengruppe im Ledigenheim in Hamburg auf uns zu.

 

28. April 2018

Ich habe heute bei (fast) strahlendem Sonnenschein einen Ausflug zum Falkensteiner Ufer in Blankenese gemacht, um die beiden Wracks zu fotografieren. Dabei habe ich mir auf einem Stack nasse Füße geholt, weil die Flut schneller auflief, als ich gedacht hatte. Aber es hat sich gelohnt.

 

10. April 2018

In dieser Woche war ich beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie in Hamburg. Auf der Suche nach Seekarten, die ich für meine „Schiffsunfälle auf der Elbe“ brauche. Die Bibliothekarinnen sind richtig gut im Institut: Man wird freundlich behandelt und kompetent beraten, das gibt es nicht so häufig. In anderen Bibliotheken/Archiven wird man eher als Bittsteller angesehen.
An diesem Tag wurde mir allerdings mein Alter recht bewusst, es drängte sich mir geradezu auf. Ich wusste, dass die in Institut ein Scanner haben und ich habe sehr viel Zeit mit dem Gedanken verschwendet, wie ich einen DIN A1-Ausdruck auf dem Fahrrad so transportiere, dass er nicht geknickt wird. Zu einem zufriedenstellenden Ergebnis bin ich allerdings nicht gekommen. Ich stehe also neben dem Scanner, der Apparat leuchtet und surrt und da fragt die freundliche Bibliothekarin: „Haben Sie einen Stick dabei?“ Peinlich, peinlich, auf die Idee bin ich überhaupt nicht gekommen. Das ist der Altersunterschied, wie gesagt.

 

6. April 2018

Die von der Zeitung sind richtig gut. Ich bekomme mein Autorenexemplar zeitnah zugeschickt. Meine Glosse hat tatsächlich eine dreiviertel Seite gefüllt, sogar ein Foto ist dabei. Stolz!

 

 

 

 

28. März 2018

Habe ich jemals über DIE BAHN geschimpft? Ich doch nicht! Jetzt erst erkenne ich den tieferen Sinn der Verspätungen, denen ich ausgesetzt war: Die BAHN wollte mir nur helfen, mein Budget aufzubessern. Ich bekomme
• einen Teil des Fahrpreises zurück (schade, dass ich mit dem günstigen LIDL-Ticket und nicht Erster Klasse gefahren bin)
• und ich konnte gerade meine Glosse „Thank you for traveling …“ an die Preußische Allgemeine Zeitung verkaufen. Sie steht in der nächsten Ausgabe. Auch nicht schlecht.

 

26. März 2018, von Offenburg nach Hamburg

Ich wiederhole mich nicht gerne. Aber leider ist dies eine Wiederholung.
In Offenburg hatte der ICE nur 10 Minuten Verspätung, kennt man ja, man gewöhnt sich an alles.
Dann Umsteigen in Mannheim. Geniale Anzeige und Lautsprecherdurchsage am Bahnhof: „Der ICE nach Hamburg hat 20 Minuten Verspätung, nein 35, nein 50 Minuten.“
Ich bin jetzt ein Mannheimer, ich habe noch nie meine Lebenszeit so lange auf einem Bahnhof verbringen dürfen wie in Mannheim. Dabei ist die Aussicht nicht gerade erhebend, wenn man aus der Bahnhofshalle nach draußen blickt. Es sieht aus wie eine Einflugschneise auf dem Flughafen: Rechts und links hohe Gebäude, in der Mitte eine schnurgerade Landebahn, auf der ein Jumbo aufsetzen könnte, wenn da nicht die Oberleitungen der Straßenbahn wären.
Verspätung in Hamburg: 1 Stunde, 4 Minuten (Es gab ein kostenloses, nicht-alkoholisches Getränk, vielen Dank, DEUTSCHE BAHN, aber pünktlich ankommen wäre mir lieber gewesen).
Immerhin, so weit bin ich schon mal. Jetzt nur noch die RB81 – und schwups zu hause. Dann die Durchsage: „Die Strecke nach Ahrensburg ist polizeilich gesperrt. Es befinden sich Personen auf dem Gleisbett.“
Also U-Bahn, ist in der Stadt kein Problem. Es befanden sich dort keine Personen auf dem Gleisbett, ging ja auch nicht, die waren auf dem Weg nach Ahrensburg.

 

17. März 2018, von Leipzig nach Offenburg

Thank you for traveling …
Ich will für ein paar Tage in den Schwarzwald, um ungestört schreiben zu können. Und ich bin mit dem ICE unterwegs, weil das entspannter ist als mit dem Auto. In drei Stunden in Frankfurt, einmal umsteigen und dann noch eine Stunde und vierzig Minuten bis Offenburg. Für den Zugwechsel stehen mir 14 Minuten zur Verfügung. Das müsste ausreichen. Dachte ich, naiv wie ich bin.
Reichte aber nicht, weil der ICE nach Frankfurt 17 Minuten Verspätung hatte. Und dann wurde ich von Zug zu Zug weitergereicht (Frankfurt – Mannheim, Mannheim – Baden-Baden, Baden-Baden – Offenburg). Und alle Züge hatten so viel Verspätung, dass ich den Anschlusszug nicht mehr bekam.
Gesamtverspätung: 2 Stunden, 3 Minuten.
Mann, war ich stinkig!
Ich war so stinkig, dass ich mich abends hinsetzte und eine Glosse über DIE BAHN schrieb. Über den Plot brauchte ich mir keine Gedanken zu machen, den hatte DIE BAHN vorgegeben, ich konnte mich ganz auf den Inhalt konzentrieren – und der hatte es in sich.

 

12. März 2018, Leipzig Buchmesse

Erster Tag der Buchmesse. Ich sitze morgens mit Britta aus unserer Autorengruppe im Frühstücksraum des Hostels. Wir durchforsten den Messekatalog. Unglaublich, welch eine Menge an Vorträgen und Informationsveranstaltungen es da gibt. Wir sind an allem interessiert, was mit selfpublishing zu tun hat, aber das reicht, um mindestens zwei Tage zu füllen. Wir müssen uns auf das Wichtigste konzentrieren, doch immer noch finden zwei oder manchmal auch drei Veranstaltungen zur gleichen Zeit statt. Da gilt es auszuwählen.

Glücklicherweise ist es am ersten Tag die Messe nicht so voll wie am Wochenende, trotzdem sind die Vorträge überbelegt, man steht häufig noch in den Gängen. Alles selfpublisher? Die Konkurrenz scheint groß zu sein.

Nachmittags treffe ich mich mit meiner Verlegerin Josefine Rosalski von der edition karo aus Berlin. Meine „Schiffsunfälle auf der Elbe“ sollen im nächsten Jahr herauskommen. Abgabetermin ist in einem Monat, ich bin gut in der Zeit.
Doch da gibt es ein erstes Problem: Ich habe sehr viele interessante Schiffsunfälle in den Archiven gefunden, die mir alle sehr am Herzen liegen, Josefine hat ein bestimmtes Budget, das ihr am Herzen liegt. Nun gut, ich werde mich wohl von einigen Geschichten verabschieden müssen, damit die Veröffentlichung nicht gar so umfangreich wird. Vielleicht kann ich die Storys später einmal verwenden, möglicherweise zu Krimi-Kurzgeschichten umschreiben. Auf dieser Welt geht ja nichts verloren, leider auch kein Plastikmüll.
Dann das zweite Problem: Ich möchte die Schiffsunfälle von der See her aufrollen, also so, wie ein Seemann die Fahrt nach Hamburg erlebt. Sie findet, dass die Geschichten eher von Hamburg aus beginnen sollen.
Warum, um Gottes Willen, von Hamburg aus?
Na, weil ein Kreuzfahrt-Passagier eben in Hamburg startet.
Ich bezweifle stark, dass ein Kreuzfahrtpassagier ein Buch über Kollisionen, Strandungen und Schiffsuntergängen im Gepäck hat. Andererseits ist es doch nicht so wichtig, mit welcher Geschichte das Buch beginnt. Im Zweifel eben auch in Hamburg.

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Jetzt also ein blog!
Du musst das machen, hat man mir gesagt, jeder hat einen blog.
Bin ich jeder?
Außerdem, hat man mir gesagt, braucht ein selfpublisher einen blog. Damit er klicks bekommt, massenhaft klicks. Und folower, unendlich viele folower. Damit er bekannt wird.
Was nützen deine selbst verlegten Bücher, wenn sie keiner kennt.
Gut, das leuchtet ein. Aber was soll ich schreiben?
Schreib alles, was dir einfällt.
Oh je, dass könnte anstrengend werden. Mir fällt ständig etwas ein.
Sehr gut, dann schreib!
Ja, ist ja gut …
(Das da oben ist der Bildschirmschoner, der aufploppt, wenn mir nichts einfällt, d.h., wenn ich mal drei Minuten nicht in die Tastatur haue. Das Foto habe ich bei einer Fahrradtour in Kellenhusen an der Ostsee aufgenommen. Schön entspannend.)


Hier sitze ich übrigens vor dem einzigen Café in Longyearbyen auf Spitzbergen (nur noch 1000 km Luftlinie bis zum Nordpol).